Polizei kapituliert vor Nazi-Mob

Chemnitz: Tausende Neonazis greifen Menschen an – Polizei hat die Situation nicht unter Kontrolle

Nachdem es in Chemnitz am 26. August 2018 im Rahmen einer Veranstaltung zu Hetzjagden durch Neonazis und Hooligans kam, meldete derselbe Anmelder („Pro Chemnitz“) am gestrigen Tag eine weitere Veranstaltung an. Diesmal gab es eine deutschlandweite Mobilisierung, der über 6.000 Neonazis folgten. Das Bündnis „Chemnitz Nazifrei“ meldete im Stadthallenpark eine Gegenveranstaltung an, an der bis zu 3.000 Menschen teilnahmen. Die Polizei Sachsen war lediglich mit ca. 300 Beamt*innen vor Ort.

Der Gegenprotest wurde ziemlich schnell durch Einsatzfahrzeuge vom Protest der Neonazis abgeschirmt und die Beamt*innen konzentrierten sich vorerst nur auf den Protest von „Chemnitz Nazifrei“.

Bewaffnete Neonazis in der Veranstaltung

Die Veranstaltung der Neonazis konnte erst zwei Stunden später beginnen, da der Anmelder Probleme hatte, Ordner*innen zu finden. Die Teilnehmer*innen nutzten die Zeit, um die mitgebrachten Flaschen mit alkoholischem Inhalt zu leeren und sich mit Quarzsandhandschuhen und Pfefferspray zu bewaffnen. Viele waren vermummt und zeigten mehrfach vor der Polizei den Hitlergruß. Diese schritten den ganzen Abend über nicht ein. Erst als sich gegen Ende der Veranstaltung Menschen im Gegenprotest vermummten, ist die Polizei mit gezogenem Schlagstock in diesen gegangen.

Immer wieder vermummten sich Neonazis in der Veranstaltung.

Die Neonazis zeigten sich von Anfang an höchst aggressiv und gewaltbereit: Der Protest wurde mehrfach antisemitisch und rassistisch beschimpft. Polizist*innen wurden angegangen und die gewaltbereiten Teilnehmer*innen der „Pro Chemnitz“- Veranstaltung versuchten mehrfach, an den Gegenprotest zu kommen. Als eine Gruppe von PEGIDA die Straße mit einem Trauergesteck betritt, bewegt sich der Mob in Richtung Protest. Die Polizei konnte diese nicht aufhalten und zog lediglich eine lockere Kette.

Eskalation am Karl-Marx-Monument

Kurz danach kam es von den Neonazis zu Flaschen-, Stein- und Böllerwürfen in den Gegenprotest. Die Polizei schob die Menschen an der Tribüne nach oben, andere wurden in den Gegenprotest gejagt. Als sich so kein Ziel mehr fand, versuchten mehrere Neonazis auf die anwesenden Pressevertreter*innen loszugehen. Die Wasserwerfer standen lediglich als Dekoration am Rand der Ausschreitungen. Ein Mensch erlitt eine Platzwunde, die noch vor Ort versorgt wurde. Mehrere Menschen beklagten kleinere Wunden. Aus dem Gegenprotest flogen als Antwort vereinzelt Flaschen und Steine.

Die Neonazis und Hooligans warfen Flaschen und Steine auf den Gegenprotest und zündeten Pyrotechnik und Böller.

In diesem Moment beschlossen die Veranstalter*innen, jetzt mir ihrem Marsch zu beginnen und liefen los. Auch hier folgte die unterbesetzte Polizei lediglich.

Auch während des Marsches zeigten sich die Teilnehmer*innen extrem aggressiv: immer mehr Neonazis vermummten sich, die Polizei erklärte den Pressevertreter*innen, dass sie sie nicht schützen können. Mehrfach wurden diese angegriffen.

Jagdszenen bei der Abreise

Als die angreisten Teilnehmer*innen der Gegenveranstaltung abreisen wollten, kam es immer wieder zu Jagdszenen. Neonazis kamen aus Seitengassen und versuchten die Menschen anzugreifen. Einem wurde dabei die Nase gebrochen. Die Beamt*innen der Polizei bekamen Panik, schlugen nur noch um sich und schrien den Menschen zu, dass sie wegrennen sollen. Erst viel später konnte die Polizei die Menschen halbwegs schützen und zum Hauptbahnhof begleiten.

Eine Gruppe Menschen, darunter eine Journalistin, fanden Schutz in der Jugendkirche St. Johannes. Dort warteten sie, bis es ruhiger wurde und wurden von einem Mitarbeiter aus der Stadt gefahren.

Immer wieder zeigten Neonazis den Hitlergruß. Oft genug direkt vor der Polizei, die nicht eingriff.

 

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