HerzStattHetze am 21.10.2018

Vierter Geburtstag von Pegida in Dresden.

Anlässlich des 4. Jahrestages des Bündnis Pegida versammelten sich in Dresden ca. 4000 Menschen. 

Im Rahmen des Aktionstages „Für ein Dresden ohne Rassismus“, welcher vom Bündnis „Herz statt Hetze“ ausgerufen wurde, versammelten sich dagegen ab ca. 13.30 Uhr mehrere hundert Menschen am Hauptbahnhof. Hierzu hat der „CSD Dresden“ gemeinsam mit der Initiative „Dresden Respekt“ der Stadt Dresden eine Kundgebung und einen Demonstrationszug in Richtung Pirnaischer Platz angemeldet. 

Nachdem die Demonstrationsauflagen und eine kurze Ablaufeinweisung durch den Vorstandssprecher des „Christopher Street Day – Dresden“, Ronald Zenker verlesen wurde, wandte sich auch der Vize-Ministerpräsident von Sachsen, Martin Dulig an die Teilnehmer. Er würdigte die Menschen, die sich Tag für Tag gegen Rassismus und Gewalt im Alltag einsetzen. Ihm folgend sprach Dr. Eva Maria Stange. Sie erwähnte, dass sie vor kurzem in Israel war. Dort besuchte sie die Gedenkstätte Yad Vashem und richtete mahnende Worte an die Versammelten, dass Auschwitz und andere Konzentrationslager nie wieder entstehen dürfen.

Martin Dulig bei Dresden.respekt

Nach diesen Reden setzte sich der Demonstrationszug über die St.Petersburger Straße in Richtung Georgplatz in Bewegung. Von dort aus verlief die Route des Zuges über den Dr. Külz-Ring und einmal um das Rathaus. Auf dem Rathausplatz angekommen, hat sich ein Vielfaches der zu Umzugsbeginn teilnehmenden Menschen der Demonstration angeschlossen. Bereits hier war die Anzahl der Demonstrierenden auf ca. 2.000 Menschen angestiegen. Auf dieser Zwischenkundgebung am Rathausplatz meldeten sich neben anderen auch der Oberbürgermeister von Dresden, Dirk Hilbert und der Ministerpräsident von Sachsen, Michael Kretschmer zu Wort. Der Minister äußerte: „Wir haben es in der Hand, ob dieses Land weltoffen und freundlich ist“ und forderte: „Es ist wichtig, dass wir uns engagieren und denen entgegentreten, die nur einfache Antworten haben.“ 

Dirk Hilbert und Ministerpräsident Michael Kretschmer

Nach Abschluss der Reden setze sich der Demonstrationszug in Richtung Pirnaischer Platz in Bewegung, auf welchem er sich mit dem Ihn bereits erwartenden Umzug der Initiative „Tolerave“ zu einem gemeinsamen Zug unter dem Motto „Herz statt Hetze“ zusammenschloss. 

Dieser gemeinsame Aufmarsch von insgesamt über 10.000 Teilnehmern setzte sich gegen 16.00 Uhr in Richtung Postplatz zur Abschlusskundgebung vor dem Großen Haus des Staatsschauspiels in Bewegung.

Erstmals seit langem setzen damit verschiedene Initiativen und Vertreter der Landesregierung, von Parteien und Kirchen ein gemeinsames Zeichen für Demokratie. 

Früher hatte es immer wieder nur einzelne Aktionen gegeben. Besonders hervorzuheben ist auch, dass sich der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Protest auf der Straße aktiv beteiligte.

Für Musik sorgten unter anderem Lara Liquer und die Band „Schwitzende Fische“.

„Erhebet eure Herzen“

In der Unterkirche der Frauenkirche hielten ehemalige Kruzianer ein Friedesgebet ab. „Erhebet eure Herzen“ konnte dazu auch den Pfarrer der Frauenkirche, Sebastian Feydt gewinnen.

Parallel zur Kundgebung kam es immer wieder zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen „Nationalismus raus aus den Köpfen“ und Pegida-Teilnehmer*innen. 

Unter anderem forderten Beamten der Polizei Sachsen einige der eingeteilten Sanitäter auf, keine Schlauchschals zu verwenden und sich als Teil der Veranstaltung dementsprechend zu verhalten.

Laut Aussage der Dresdner Polizei wurden bis zum späten Nachmittag zwei Körperverletzungsdelikte verzeichnet. Betroffen davon waren ein „Pegida“-Teilnehmer und  ein Gegendemonstrant. Die Polizei teilte ausserdem mit, Sie habe die Ermittlungen gegen mehrere Tatverdächtige eingeleitet.

Auf Bundesebene äußerte sich Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD), der vierte Geburtstag von „Pegida“ sei „ein trauriger Tag für unser Land. Es ist aber gerade kein Tag, die Hände in den Schoß zu legen. Super, dass heute erstmals alle Protest-Initiativen in Dresden gemeinsam demonstrieren. Wer Zeit hat: Ab nach Dresden.“, twitterte der Außenminister.

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