Prince Edward MTR Station Demonstration am Samstag

Am Samstag Abend haben an der Prince Edward MTR Station mehrere hundert Menschen den Opfern der Angriffe durch die Polizei vor 3 Monaten in der MTR Station gedacht.

Dazu wurde an einem Eingang eine Art Schrein errichtet. Es wurden Blumen niedergelegt und Räucherkerzen entzündet.

Ein Polizist störte das Gedenken jedoch, in dem er die Blumen herunter riss.

Nach kurzer Zeit wurde der Schrein wieder neu errichtet, und das Gedenken konnte fortgeführt werden.

Der Gedenkschrein an der Prince Edward Station wurde nach kurzer Zeit wieder errichtet
Der Gedenkschrein an der Prince Edward Station wurde nach kurzer Zeit wieder errichtet

Der Ausgang, an dem die Gedenkveranstaltung durchgeführt wurde, lag direkt neben der Mong Kok Polizeistation, was dazu führte, dass viele der Demonstrierenden ihren Unmut gegenüber der Polizei lautstark kund taten.

Einige Demonstranten benutzen Kabelbinder, um weitere Ausgänge der Station zu verschließen. Zu einem späteren Zeitpunkt fingen einige an, die Straße zu blockieren. 

Einer der Zugänge zur Prince Edward MTR Station wurde blockiert
Einer der Zugänge zur Prince Edward MTR Station wurde blockiert

Hier zeigten sich einige der Demonstranten als sehr gut organisiert und vorbereitet. So wurde unter anderem ein Akku Trennschleifer benutzt, um ein Verkehrszeichen ab zu trennen und als Blockade zu nutzen.

Einer der Protestierenden hatte ein Trennschleifgerät dabei
Einer der Protestierenden hatte ein Trennschleifgerät dabei

Nach gut 20 Minuten ist dann die Polizei in großer Anzahl dazu gekommen, und hat die Versammlung für beendet erklärt. Dazu gibt es in Hongkong ein Flaggensystem. Die blaue Flagge bedeutet, dass es sich ab jetzt um eine verbotene Versammlung handelt, und man sich strafbar macht. Eine schwarze Flagge bedeutet, das Tränengas eingesetzt wird.

Mehrmals wurde die blaue Flagge gezeigt
Mehrmals wurde die blaue Flagge gezeigt

Die Polizei zeigte sich hier äußerst aggressiv im Auftreten, brüllte Pressevertreter und Demonstranten an, schubste und drängte diese von der Straße, um die Blockade zu räumen.

Die Polizei verfolgte jedoch nur das Ziel, die Straße wieder frei zu bekommen. Nachdem dies erledigt war, zog die Polizei wieder ab. Sofort füllte sich die Straße wieder mit den Demonstranten. Worauf hin nach 10 Minuten die Polizei wiederkehrte, und das Spiel von vorne los ging. Zwischenzeitlich wurde die blaue Flagge auch von einem Balkon der Polizeistation aus gezeigt, die sorgte eher für Belustigung bei den Menschen auf der Straße.

Die Polizei räumte immer wieder die Straße
Die Polizei räumte immer wieder die Straße

Insgesamt wirkte die Taktik der Polizei bis zu diesem Punkt eher zurückhaltend. Aggressiv auftreten, aber minimal Gewalt anwenden, um die Straße wieder frei zu bekommen. Nach dem die Polizei das 4. mal wieder gekommen ist, änderte die Polizei jedoch ihre Taktik, sie bildete eine breite Kette mit ihren Fahrzeugen dahinter und trieb die Menschen vor sich die Nathan Road her.

Aus dem Polizeiauto heraus wurde mit Gummigeschossen auf die Personen gefeuert
Aus dem Polizeiauto heraus wurde mit Gummigeschossen auf die Personen gefeuert

Hier ist es dann auch zum Einsatz von Gummigeschossen und Pepper Balls gekommen, eine Frau wurde dadurch unter einem Auge verletzt. Immer wieder wurde aus den Polizeifahrzeugen heraus geschossen. Ich selber habe kein CS Gas-Einsatz gesehen, aber laut Kollegen wurde an diesem Abend auch wieder CS gegen die Menschen auf der Straße eingesetzt. Die Straße leerte sich immer weiter, so dass ich für den Abend die Berichterstattung abgebrochen habe, mein Flug zurück nach Hamburg ging am nächsten Morgen.

Kollegen vor Ort berichteten danach jedoch, das es in Mong Kok noch einige Stunden unruhig geblieben ist. Schon zu diesem Zeitpunkt haben wir uns gedacht, das dieser Abend ein Vorbote für die nächsten Tage werden könnte, und leider haben wir damit recht behalten, da am Sonntag große Demonstrationen im District Tsim Sha Tsui von der Polizei auch wieder mit Pfefferspray und CS Gas angegriffen worden sind.

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