Rudolf Hess Nazi-Aufmarsch in Berlin

Nazi-Aufmarsch zum Gedenken an Rudolf Hess mit vielen bunten und lauten Gegenaktionen        

Gastbeitrag von Wend_news

Um 9:00 Uhr startete die „Demonstration für Toleranz und Weltoffenheit“ mit ursprünglich 500 angemeldeten Teilnehmern von der Mönchstraße in Richtung Rathaus Spandau. An der Demo, die das „Bündnis 90/ Die Grünen“ anmeldete, nahmen circa 20 Menschen, darunter auch mehrere Kinder, teil. Unterstützt wurde der Demonstrationszug dabei mit schlagfertiger Musik von der Percussiongruppe „Green Igelz“.

Percussion Gruppe Igelz bei der Gegendemo gegen den Rudolf Hess Marsch
Percussion Gruppe Igelz bei der Gegendemo gegen den Rudolf Hess Marsch

Gegen 10.30 Uhr versammelten sich die Teilnehmer der Kundgebung „Verehrung von Naziverbrechern“ am Altstädter Ring 3. Organisiert wurde diese vom Berliner „Bündnis für ein weltoffenes und tolerantes Berlin“. Es wurde ein Brief des Bürgermeisters verlesen, der leider nicht selbst vor Ort sein konnte. Unter anderem hielten auch die Vorsitzende des jüdischen Forums Berlin, sowie Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche reden, die mit lauten Zurufen unterstützt wurden.

Im weiteren Verlauf sammelten sich mehrere hundert Menschen vor dem Bahnhofsgebäude in Spandau, um in Richtung des ehemaligen Gefängnisses zu marschieren. Aus Sicherheitsgründen leitete die Polizei die ankommenden Demonstranten des Hessmarsches um, um eine Konfrontation der beiden Gruppen zu vermeiden. Als die rechte Demonstration ihren Startpunkt wieder verlegte, diesmal nach Friedrichshain, versuchten einige Demonstranten der Gegenseite dorthin zu gelangen. Straßen durften nicht mehr passiert werden, selbst Anwohner, die versuchten zu ihren Wohnungen zu gelangen, wurde der Durchgang strickt verweigert. Als die Blockade der Polizei aufgelöst wurde, bildeten sich mehrere kleine und eine große Sitzblockade in höhe des Vivantes Klinikums auf der Landsberger Allee, der Marschroute der Rechten. Bei der Räumung zweier kleinerer Sitzblockaden zeigte die Polizei sich bestimmt aggressiv gegenüber den Blockierenden. Bis auf ein paar wenige Flaschen und Steinwürfe beim zusammentreffen von linken Gruppen und dem rechten Demozug, blieb die Demonstration friedlich. Auch die Anwohner waren nicht begeistert vom Aufmarsch der Rechten, so schmiss eine ältere Dame Kartoffeln aus ihrem Fenster auf die Menge.

Eine Sitzblockade beim Rudolf Hess Marssch in Berlin
Eine Sitzblockade beim Rudolf Hess Marsch in Berlin

Unter den rechten Demonstranten waren auch wieder einige bekannte Gesichter zu sehen: Unter anderem ein Mann, dessen Spitzname „SS-Siggi“ lautet. Die Demo kam an ihrem Endpunkt, dem S-Bahnhof Berlin-Lichtenberg, zum stehen. Die Reden der Neonazis bei ihrer Abschlusskundgebung wurden immer wieder von Parolen der Gegendemonstranten übertönt, bis sich die Veranstaltung gegen 18:40 Uhr auflöste und die Rechten von der Polizei eskortiert wurden. Die Teilnehmerzahl des Hessmarsches lag nach Schätzungen der Polizei bei ca. 700.

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