Picknick bei Pegida

Der heutige Pegida Montag in Dresden verlief anders als üblich.

Gegen 18:45 versammelte sich eine Gruppe von ca 20 Menschen mit Decken auf dem Altmarkt und setzte sich direkt vor die bereits aufgebaute Bühne von Pegida um dort ein „spontanes“ Picknick ab zu halten. Da die Pegida Demonstration erst ab 18:00 angemeldet wurde lies die Polizei die Gegendemonstranten gewähren. Der Platz füllte sich mit Pegida Demonstranten die diese Gelegenheit nutzen um die Gegendemonstranten zu beleidigen und gezielt ab zu fotografieren. Die Picknick runde wurde von der Polizei komplett umstellt. Die Teilnehmer des „Picknick“ verhielten sich leise und Friedlich. Nachdem Pegida zu ihrem Spaziergang durch die Altstadt aufgebrochen ist, konnten die Teilnehmer den Platz unter Begleitung der Polizei verlassen. An dieser Stelle hat die Polizei wirklich gute Arbeit geleistet und sehr Deeskalierend gewirkt.

Vor der Pegida Bühne wurde ein Picknick abgehalten.
Vor der Pegida Bühne wurde ein Picknick abgehalten.

Problematischer Umgang der Polizei mit Passanten und der Presse

Leider hat die Sächsische Polizei nicht den ganzen Abend so gehandelt.

So wurden am, Rande der Pegida Demonstration vereinzelt Passanten von der Polizei angesprochen und des Platzes verwiesen. So auch eine kleine Gruppe von Passanten die sich die Demonstration aus der Entfernung anschaute. Die Gruppe von Menschen hat sich nichts zu schulden kommen lassen, und beobachtete die Demonstration, wie jeder andere Passant auch. Eine Gruppe sächsischer Beamte hat die Gruppe von Passanten angesprochen und von dem Platz verwiesen. Die Begründung sei das von Ihnen ein Bedrohungspotential ausgehe. Die Beamten vor Ort wollten dies nicht kommentieren und machten dies auf einer sehr ruppige Art und weise deutlich. Einige Minuten später, nachdem die Gruppe von Passanten sich gut 100 Meter vom Platz entfernte und am Rande auf einem Bürgersteig aus der Ferne das ganze beobachten wollte, sind die Beamten noch einmal auf die Gruppe zugegangen und drohte mit einem Platzverweis.

Eine Junge Dame, die den Pegida Demonstranten zurief, sie sei Jüdin und wütend und es kotze sie an, sie wolle ein freies Europa, wurde ebenfalls direkt von der Polizei vom Platz geführt.

Die Dame wurde nach Ihrer Äußerung sie sein Jüdin und ist wütend, direkt von der Polizei vom Platz geführt.
Die Dame wurde nach Ihrer Äußerung sie sein Jüdin und ist wütend, direkt von der Polizei vom Platz geführt.

Die Maßnahme sinnvoll zu Dokumentieren war uns leider nicht möglich, da ein Beamter aus dieser Gruppe erst mal sicherstellen wollte das wir auch den Presseausweis nicht verloren hatten, und prüfte dabei gleich noch den Perso. Nachdem wir uns also ausweisen konnten, wollte der Beamte uns noch Belehren das es uns untersagt ist diese Maßnahme zu Dokumentieren, und es eigentlich ein Grund sei die Bilder zu löschen. Das dies am Rande einer Demonstration geschah, und diese Maßnahme auch Teil der Demonstration gewesen interessierte den Beamten herzlich wenig und er drohte noch einmal, zwar verklausuliert, aber trotzdem deutlich mit Löschung der Bilder. Erst nach dem ich dem Beamten deutlich machen konnte, das wir als Freie Journalisten unter anderem auch für den MDR tätig sind, verlor er das Interesse.

Eine Gruppe von Passanten wurde ebenso vom Altmarkt verwiesen. Die Berichterstattung über diesen Vorgang wurde von der Polizei behindert.
Eine Gruppe von Passanten wurde ebenso vom Altmarkt verwiesen. Die Berichterstattung über diesen Vorgang wurde von der Polizei behindert.

Pegida Demonstration

Laut der Initiative „Durchgezählt“ sind bei Pegida rund 2100 bis 2700 Teilnehmer zur Kundgebung am Altmarkt mit anschließendem „Spaziergang“ durch die Dresdner Innenstadt zusammengekommen. Hauptsächlich standen die  Forderungen nach schnellerer Abschiebung, dichten Grenzen, mehr direkter Demokratie und einem besseren Umgang mit Russland im Fokus.

Angesichts der zuletzt eher geringer werdenden Teilnehmerzahlen forderte ein Redner die „schlauen Schreiberlinge aus dem Internet“ auf, sich Pegida auf der Straße anzuschließen. Genannt wurden hierbei der Publizist Henryk M. Broder, die CDU-Bundestagsabgeordnete Vera Lengsfeld und der Autor und SPD-Mitglied Thilo Sarrazin. Welche als Verbündete von Pegida ausgemacht wurden.

Nope Demonstration

Die Nope Demonstration kommt auf der Wildsruffer Straße an.
Die Nope Demonstration kommt auf der Wildsruffer Straße an.

Dem Aufruf von Nope gegen Pegida zu Demonstrieren nahmen ca 130 Teilnehmer war. Die Route verlief wie üblich vom Theaterplatz zur Frauenkirche, von dort zur Wilsdruffer Straße. Hier wurde eine Zwischenkundgebung abgehalten. Weiter ging es zum Theaterplatz. Dort wurde die Nope Demonstration von einem Passanten mit einer vollen Bierflasche beworfen. Eine Teilnehmer wurde getroffen. Die Polizei nahm den vermutlich Täter vor Ort in Gewahrsam. Über den Postplatz ging es wieder an der Semperoper vorbei auf die andere Elbseite zum Goldenen Reiter. Dort wurde die friedliche Demonstration aufgelöst.

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