Kunstprojekt „ Monument “ in Dresden am 07.02.2017

Am Dienstag dem 07.02.2017 wurde in Dresden das Kunstprojekt „ Monument “ (von dem deutsch – syrischem Künstler Manaf Halbouni) offiziell eröffnet.

Das Kunstprojekt „ Monument “ besteht aus drei ausrangierten, auf dem kopfstehenden Buswracks.
Diese wurden auf dem Dresdner Neumarkt nahe der Frauenkirche am 06.02.2017 installiert und soll erst nach dem 03.04.2017 wieder abgebaut werden.
Die Inspiration für sein Werk bekam der Künstler, als er ein Foto aus dem Kriegsgebiet Aleppo sah. Dort hatten Menschen zum Schutz vor Scharfschützen drei Buswracks senkrecht aufgestellt.
Der Künstler Manaf Halbouni ist selbst in Damaskus geboren und in Syrien aufgewachsen.
Vor neun Jahren floh er aus Syrien und kam nach Dresden (der Heimat seiner Mutter). Hier studierte er Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Kunst.

Mit seinem Kunstprojekt „Monument“ möchte er an den Krieg in Syrien und an das Leid der Zivilbevölkerung aufmerksam machen und erinnern. Gleichzeitig soll es zum Nachdenken und diskutieren anregen.
Das Kunstprojekt wurde hauptsächlich von der „Stiftung Kunst & Musik für Dresden“ (finanziert von Unternehmen und Privatpersonen) sowie der Ostdeutschen Sparkassenstiftung finanziert. Der Künstler selbst erhielt für seine Arbeit keine Entlohnung.

Das Kunstprojekt "Monument" wurde am 07. Februar auf dem Neumarkt in Dresden eröffnet
Das Kunstprojekt „Monument“ wurde am 07. Februar auf dem Neumarkt in Dresden eröffnet

Bereits mit der Bekanntgabe des geplanten Projektes, gab es in den Sozialen Netzwerken einen „Aufschrei“. Unverständnis, Drohungen und Hasstiraden besonders gegen den Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) wurden verbreitet.
Dirk Hilbert hat hat bereits auf Grund seiner Äußerungen zum 13. Februar diverse Morddrohungen erhalten und steht seit dem Wochenende unter Polizeischutz.
Auch der Aufbau des Kunstprojektes am 06.02.2017 wurde unter Polizeischutz durchgeführt. Der Schutz des Kunstwerkes soll durch Polizeistreifen auf dem Neumarkt weiterhin gewährleistet werden.

Am Dienstag den 07.02.2017 wurde das „ Monument “ gegen 13:00 Uhr von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) offiziell eröffnet. Auch Eva-Maria Stange, Petra Köpping und Martin Dulig waren vor Ort.

Der Dresdner OB Hilbert, wurde bei der Eröffnung des Kunstwerkes von Demonstranten bepöbelt
Der Dresdner OB Hilbert, wurde bei der Eröffnung des Kunstwerkes von Demonstranten bepöbelt

Zur Eröffnung trafen sich mehrere hundert Kunstinteressierte aber auch Kunstgegner*innen (meist aus dem rechtem Spektrum und bekannte Pegida Anhänger*innen) auf dem Neumarkt. Am Rande der Veranstaltung fand eine angemeldete
Kundgebung der fremdenfeindlichen „Wellenlänge“-Bewegungen mit einigen Teilnehmern statt.
Die Eröffnung des Kunstprojektes gestaltete sich als äußerst schwierig. Die Kunstgegner*innen beschimpften die Politiker*innen und den Künstler lautstark mit „Volksverräter“, „Schande“, „Haut ab“ und „Heuchler“. Die Redner*innen wurden immer wieder ausgepfiffen und ausgebuht.

In den unterschiedlichen Reden wurde immer wieder betont, dass Kunst eine Individuelle Ansichtssache ist. Unterschiedliche Meinungen werden respektiert und man könne sich darüber auch sachlich unterhalten. Dies wäre jedoch nur Möglich, wenn dem anderem erst einmal zugehört werden würde.
Jedoch konnte unter diesen Bedingungen kein Dialog entstehen. Die Kuntsgegner*innen schrieen, pöbelten und beleidigten weiter.

Eine kleine Gruppe von linken Aktivist*innen entschloss sich kurzer Hand, ihre Meinung der pöbelnden Menge zu präsentieren. Sie stellten sich vor das „ Monument “ und zeigten ein Transparent mit der Aufschrift. „Euer Rassismus kotzt uns an“. Die Polizei versuchte das Transparent gewaltsam zu entreißen und beförderte die Gruppe von dem Kunstwerk runter. Hinter das Geschehen.

Einige Linke Demonstranten postierten sich mit einem Banner vor dem Kunstwerk, wurden aber nach kurzem von der Polizei hinter die Busse geschoben
Einige Linke Demonstranten postierten sich mit einem Banner vor dem Kunstwerk “ Monument „, wurden aber nach kurzem von der Polizei hinter die Busse geschoben

Schließlich betrat der Künstler Manaf Halbouni unter Buhrufen und pfiffen die Bühne und hielt eine beeindruckende Rede. So sagte er unter anderem:
„Ihr wollt das christliche Abendland retten? Schämt euch, ihr habt nicht einmal dem Pfarrer erlaubt zu sprechen.“
Kurz nach der Rede von Manaf Halbouni war die Eröffnung beendet. Äußerst schnell wurde von den Kunstgegner*innen Pappschilder hervorgeholt. Auf denen unter anderem „Schande“ oder „Denkmal der Schande?“ stand. Diese erinnern sehr stark an die Parolen von Pegida Anhänger*innen. Nachdem mehrere Menschen augenscheinlich versuchten einen Protest aufzubauen, wurden diese von der Polizei gebeten, die Schilder zu entfernen.

Anschließend leerte sich der Platz und die Situation schien sich zu beruhigen.
Jedoch ist weiterhin mit Protesten und Aktionen gegen das Kunstprojekt zu rechnen.

 

 


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