„Ende Gelände“ in der Lausitz unterwegs

Am Samstag waren bis zu 4.000 Menschen in der Lausitz und im Leipziger-Revier unterwegs, um direkt gegen die Kohleindustrie zu demonstrieren und zivilen Ungehorsam auszuüben.

500 Menschen machten sich auf den Weg zum Tagebau Welzow-Süd.

Die Gruppe Ende Gelände rief an diesem Wochenende dazu auf, aktiv in der Lausitz zu werden:

Die Regierung hat die 1,5°-Grenze aufgegeben – wir aber nicht! Millionen Menschen gehen für’s Klima auf die Straße – und die Antwort der Regierung ist ein Klimazerstörungspaket, mit dem sie ihr Versagen erneut unter Beweis stellt und die Klimakrise nur noch weiter anheizt. Business as usual und noch rund 20 Jahre dreckige Kohle?! Das ist klimapolitischer Wahnsinn und bedeutet die Zerstörung von Lebensgrundlagen, hier und weltweit: Extreme Wetterereignisse wie Dürren, Hitzewellen und Fluten sind grausame Realität und treffen vor allem die Menschen im Globalen Süden. Das Zeitfenster um zu Handeln schließt sich und der Kohleausstieg ist immer noch die einfachste Sofortmaßnahme. Die Untätigkeit der Regierung ist ein deutliches Signal an uns alle: Politische Reförmchen werden das Klima nicht retten. Kohleausstieg bleibt Handarbeit!

Aufruf Lausitz-Aktion 2019 von Ende Gelände

Aufgeteilt in sogenannten „Fingern“ konzentrierten sich die Gruppen von Menschen auf die verschiedene Tagebauten: So steuerten beispielsweise bis zu 500 Menschen den Tagebau Welzow-Süd an. Mitarbeiter*innen des Betreibers Leag beobachteten die Aktivist*innen von Ende-Gelände lediglich.

Nach einer halben Stunde trafen die ersten Polizeibeamt*innen ein und stoppten die Menschen kurzzeitig. Diese wichen dann über einen Hang aus und gelangen tiefer in die Grube. Dort blieben sie vier Stunden, da der Kohlebagger zu weit entfernt war, um ihn zu erreichen.

Bis zu vier Stunden lang verbrachten die Aktivist*innen in der Grube.

Geschlossen verließen die Aktivist*innen die Grube und die Polizei ließ die Menschen ziehen, ohne Identitätsfeststellungen oder Anzeigen gegen die Menschen aufzunehmen.

Die Mitarbeiter*innen von Leag blieben die ganze Zeit vor Ort, beobachteten die Aktivist*innen misstrauisch, fotografierten diese und um die Menschen zu filmen wurde auch eine Drohne eingesetzt.

Ende-Gelände zieht positives Fazit

Bündnissprecherin von Ende Gelände, Nike Mahlhaus, zieht ein positives Fazit zu den Aktionen in der Lausitz: „Wir sind zufrieden mit der erfolgreichen Aktion und glücklich, dass wir heute ein so starkes Zeichen für Klimagerechtigkeit setzen konnten. 4000 Klimaaktivisten und Aktivistinnen haben heute gemeinsam Kohleinfrastruktur blockiert.“

Auch Fridays For Future beteiligten sich an dem Protest in der Lausitz. „Nachdem wir gestern an über 500 Orten in Deutschland für Klimagerechtigkeit gestreikt haben, demonstrieren wir heute zusammen mit Ende Gelände in der Lausitz für einen schnellen Kohleausstieg. Die Klimagerechtigkeitsbewegung ist vielfältig, entschlossen und ungehorsam. Wir sagen: Raus aus der Kohle, rein in die Zukunft!“, so Carla Reemtsma.

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