Großer Demo Samstag in Dresden am 11.02.2017

Am Samstag fanden in Dresden mehrere Demonstrationen, Kundgebungen und Veranstaltungen statt.

Unter anderem auch zwei von rechten Gruppierungen, die an die Opfer in Dresden des 13.02.2017 (als „Trauermarsch“ bekannt) gedenken.

Um dies zu verhindern trafen sich gegen 13:00 Uhr um die 1000 Teilnehmer*innen der Gegendemonstration am „Goldnen Reiter“. Von dort aus sollte die Versammlung über die Augustusbrücke Richtung Landtag laufen. Und anschließend über die Marienbrücke zurück in die Dresdner Neustadt.
Vor dem Landtag wurde der Demonstrationszug jedoch von der Polizei angehalten. Nach mehreren Minuten lösten sich spontan größere Gruppen von Aktivist*innen und liefen Richtung Marienbrücke, um eine Sitzblockade zu errichten.

Die Route in die Neustadt wurde durch eine Sitzblockade an der Marienbrücke verhindert
Die Route in die Neustadt wurde durch eine Sitzblockade an der Marienbrücke verhindert

Die Veranstaltung von Holocaust-Leugner Gerhard Ittner (bereits wegen Volksverhetzung vorbestraft) fand gegen 14:00 Uhr am Zwingerteich statt und sollte über die Marienbrücke auf die andere Elbeseite führen. 150-200 Menschen nahmen an dieser Demonstration teil.
Auf Grund der friedlichen Sitzblockade, die von der Polizei geduldet wurde, verkürzte sich die Demonstrationsroute. Statt über die Marienbrücke zu laufen, ging es Richtung Landtag und zurück zum Zwingerteich. Auf Grund der Äußerungen bei der Abschlusskundgebung wird nun erneut wegen Volksverhetzung gegen den Redner ermittelt.

Die Demonstration des Holocaust-Leugner Gerhard Ittner
Die Demonstration des Holocaust-Leugner Gerhard Ittner in Dresden am Zwingerteich

 

Der Holocaust-Leugner Gerhard Ittner führte seine Demonstration an
Der Holocaust-Leugner Gerhard Ittner führte seine Demonstration an

Die Teilnehmer*innen der Sitzblockade schlossen sich anschließend anderen Veranstaltungen an.
Ab 15:00 Uhr hatte die „AG 13. Februar“ eine Versammlung „Für Menschlichkeit und Demokratie“ auf dem Nürnberger Platz angemeldet.

Ein Trauermarsch in Dresden

Gegen 16:00 Uhr trafen sich für den „Trauermarsch“ laut „Durchgezählt“ zwischen 620-660 Menschen am Hauptbahnhof Dresden.
Auf der Nossener Brücke gab es, während der Demonstrationszug ohne seitlichen Polizeischutz vorbei zog, heftige körperliche Rangeleien zwischen Gegendemonstrant*innen und der Polizei (hauptsächlich aus Berlin stammend).
Im Vorfeld soll ein Polizist Pfefferspray gegen eine Demonstrantin eingesetzt haben.

Auf der Nossener Brücke ist es zu rangeleien zwischen der Polizei und Blockieren gekommen
Auf der Nossener Brücke ist es zu rangeleien zwischen der Polizei und Blockieren gekommen

In der Zwischenzeit formierten sich weitere zahlreiche kleine, meist friedliche, lautstarke und bunte Blockaden.
Die Teilnehmer*innen des „Trauermarsches“ wurden kurzer Hand an den Blockaden vorbei geleitet. Viele von ihnen waren vermummt.
Auf Anfrage hin, warum die Teilnehmer*innen so offensichtlich gegen die Versammlungsauflagen verstoßen dürfen (ohne das die Polizei einschreitet), wurde man auf den Einsatzleiter hingewiesen. Dieser wäre jedoch momentan nur telefonisch erreichbar. Es wurde aber mittgeteilt, dass es eine Frage für die Versammlungsbehörde wäre und der Einsatzleiter dies auch nicht beantworten könne.

Am Nürnburger Ei ist es auch zu einer Sitzblockade gekommen. Der Neonazi Aufmarsch musste über den Fußweg geleitet werden
Am Nürnburger Ei ist es auch zu einer Sitzblockade gekommen. Der Neonazi Aufmarsch musste über den Fußweg geleitet werden

 

Und wieder waren Vermummungen auf seiten der Gegendemonstranten ein Problem, die rechten durften sich jedoch vermummen.
Und wieder waren Vermummungen auf seiten der Gegendemonstranten ein Problem, die rechten durften sich jedoch vermummen.

Die Veranstaltung wurde gegen 19:20 Uhr am Hauptbahnhof Dresden offiziell beendet.
Ein Großteil der Gegendemonstrant*innen veranstaltete eine spontane Demonstration Richtung Albertplatz.

Fazit des Tages:

Polizeisprecher sei mit dem heutigem Tag und dem Polizeieinsatz sehr zufrieden, da die Gegenproteste sehr, sehr friedlich waren und befürchtete Krawalle bisher ausblieben.
Laut „Sanizentrale“ gab es ca. neun Verletzte. Unter anderem mit Schnittverletzungen an Händen, Reaktionen auf Reizstoffe und Verletzungen auf Grund von Schlägen und Tritten in Gesicht und Beinen.

 

 

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