„Putzi“ wurde geräumt

Am 17.01.2020 besetzte die Gruppe #wirbesetzendresden drei Häuser auf der Königsbrücker Straße in Dresden.

Bereits am 21.01.2020 nahm die Polizei Gespräche zu den Besetzer*innen auf. Während dieser Gespräche versuchte man, die Menschen zum verlassen der Häuser zu motivieren. 

Gegen 8 Uhr am Morgen des 22.01.2020 rollten mehrere Einsatzwagen der Polizei auf  dem Gelände an, welches der Argenta KG gehört. Alle Anzeichen sprachen dafür, die Häuser zu räumen. 

Innerhalb kürzeste Zeit wurde die Information über die bevorstehende Räumung in den sozialen Kanälen verbreitet. Daraufhin versammelte sich eine größere Menschenmenge aus Solidarität zu den Besetzern vor den zu räumenden Gebäuden.

Das Kommunikationsteam der Polizei in Aktion

Anfangs ließ die Polizei die Sympathisanten auf der Königsbrücker Straße verweilen. Im weiteren Verlauf des Vormittags räumte die Polizei jedoch die Straße. Dabei schoben die Beamten/-innen die Demonstranten/-innen auf die andere Seite, wobei es zu massiven verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Parteien kam. 

Anhänger aus dem rechten Spektrum waren ebenfalls anwesend, auch hier fanden verbale Auseinandersetzungen mit anderen Demonstranten/-innen statt.

Das Gelände wurde komplett umstellt

Gelände wurde abgeriegelt

Die Polizei riegelte die Zufahrt zum Grundstück und der Firma Dental GmbH auf der Katharinenstraße ab. Auch für Vertreter/-innen der Presse war der Zugang zum Gelände nicht möglich. Auf Nachfrage begründete die Polizei dies damit, dass der Geländeeigentümer kein Zutrittsrecht einräumte. Auch auf das angrenzende Firmengelände durften keine Menschen.

Keine Gefahr für Leib und Leben

In der Zwischenzeit hatte die Polizei die Feuerwehr geordert, welche ein Einsatzfahrzeug mit Drehleiter zum Einsatzort sanden. Einige Demonstranten/-innen versuchten dieses Fahrzeug am Befahren des Grundstückes zu  hindern. Die Polizei versuchte mittels Einsatz körperlicher Gewalt die Straße zu räumen, wobei es auch zu körperlichen Übergriffen durch Polizeibeamte/-innen kam.

Als die Feuerwehr letztendlich das Grundstück befahren konnte, verschaffte sich deren Einsatzleiter einen situativen Überblick. Dabei wurde festgestellt, dass keine Gefahr für Leib und Leben besteht. 

Die Feuerwehr rückte nach kurzer Zeit wieder ab.

Die Feuerwehr verlies daraufhin den Einsatzort.

SEK Einsatz 
Hausbesetzer und einer vom SEK

Zwei Besetzer/-innen hatten sich derweil auf dem Dach des Gebäudes verschanzt. Da die Polizei nicht für eine Höhenrettung zuständig ist, wurde  ein SEK dafür angefordert, welches kurze Zeit darauf erschien. Ausgerüstet mit Klettergurten und kleinen Leitern, Rammbock und vielem mehr, verschafften sie sich den Zugang zum Dach. Da die zwei Besetzer auf dem Dach kooperativ waren, konnte das SEK die beiden Personen ohne größere Probleme zügig vom Dach bergen. Insgesamt wurden 6 Personen aus dem Gebäude geholt und auf die Polizeiwache gebracht.

Das SEK betritt eines der drei Häuser

Die Hausbesetzer hatten schon im Vorfeld eine spontane Demonstration angekündigt, sobald die Polizei die Räumung der Häuser beabsichtigt. 

Demonstration nach der Räumung

Am Abend trafen sich ca. 250 Menschen gegen 18 Uhr im Alaunpark. Kurz darauf folgte eine spontane Demonstration quer durch die Neustadt.

Quer durch die Neustadt

Demonstration mit Pyrotechnik

Dabei wurde auch Pyrotechnik eingesetzt. Die Polizei versuchte die Demonstranten davon abzuhalten, in Richtung der geräumten Häuser zu kommen. Es ergaben sich dabei mehrere körperliche Übergriffe zwischen Demonstranten und Polizei am Scheunenvorplatz/Katharinen Straße.

Eck Katharinenstraße

Der Weg zu „Putzi“

Viele der Demonstrierenden versuchten weiterhin über andere Wege die Häuser zu erreichen. Auf der Alaunstrasse/ Richtung Albertplatz versuchten einige Menschen Barrikaden aus Mülltonnen zu errichten, dies gelang ihnen jedoch aus Mangel an Mülltonnen nicht. Eine größere Gruppe von Demonstranten erreichte kurz danach die geräumten Häuser auf der Königsbrücker Straße. Die Polizei versuchte mit ihrem Aufgebot die Menschen davon abzuhalten, auf das Gebäudegrundstück zu gelangen. Gleichzeitig wurde eine Straßenbahn blockiert, welche in Richtung Albertplatz unterwegs war. Die Polizei zog daraufhin eine Sperrkette und kesselte die Menschen ein. Einige Menschen versuchten durch die Polizeikette zu kommen, dabei drohten die Polizeibeamten immer wieder mit dem Einsatz von Pfefferspray. Nach einiger Zeit lockerte sich die Kette.  

Die Straße ist blockiert

Gegen 19:30 Uhr löste sich der größte Teil der Demonstranten vor dem Gebäude auf. 

Festnahme eines 17 Jährigen. 

Kurz nach der Festnahme

Die Polizei versuchte eine Jungen Mann kurz vor dem Haus zu ergreifen. Der Polizei war es hier nicht möglich, diesen festzuhalten. Dabei stürze einer der Beamten an einem Bordstein. Die Beamten versuchten den Geflüchteten noch zu erfassen. Sie teilten sich auf, kurz danach wurde der 17 Jährige aus einem Dönerladen herausgezerrt und hinter die ehemals besetzten Häuser gebracht. Dort wurde eine ID-Feststellung durchgeführt. Dem Jungen wird Körperverletzung gegen einen Polizisten vorgeworfen.

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