1.500 Menschen gegen PEGIDA auf der Straße

Am gestrigen Montag riefen mehrere Gruppierungen auf, gegen PEGIDA auf die Straße zu gehen. Unter anderem gab es auch Anreisen aus Chemnitz und Leipzig, die die Dresdner*innen unterstützen wollten. Lutz Bachmann hatte dafür eine Demonstration in Leipzig angemeldet, diese aber am Morgen wieder zurück gezogen.

Ziemlich schnell füllte sich der Altmarkt im Herzen Dresdens. Diesmal überwog aber der Gegenprotest mit bis zu 1.500 Menschen, die sich am Rand des Platzes aufstellten und sogar auf die andere Straßenseite ausweichen mussten. Ziemlich früh startete die Polizei Sachsen Lautstärkemessungen, die sie in regelmäßigen Abständen am Abend wiederholten. Grund waren u.a. eine Rede und die Musik der Banda Internationale.

Mit allerlei Hilfsmitteln und Unterstützung durch die Banda Internationale machte der Gegenprotest ordentlich Lärm.

PEGIDA war mit bis 400-450 Menschen eher überschaubar. Hier mischten sich die üblichen Sympathisant*innen mit Corona-Leugner*innen, Impfgegener*innen und Neonazis. Letztere haben in der Dresdner Neustadt kurz zuvor die körperliche Auseinandersetzung gesucht. Sie mussten ihre Personalien bei der Polizei abgeben und wurden unter Polizeischutz zu PEGIDA begleitet.

S. Däbritz (PEGIDA) kündigte auf Facebook an, den Gegenprotest mit „30-50 fitte, sportliche Demonstranten“ zu stören. Diese Demonstrant*innen suchte man lange, lag aber vermutlich an der großen Masse an Gegendemonstrant*innen und der Polizeikette zwischen den Veranstaltungen. Das es dann im Laufe der Veranstaltungen zu Übergriffen in der Neustadt kam und ein Teil der vermutlichen Täter*innen kurze Zeit später zu PEGIDA liefen, kann aber auch Zufall sein.

Neben Corona-Leugner*innen und Impfgegener*innen nahmen an diesem Montag auch kleinere Gruppen von Neonazis teil.

Die Polizei hatte es heute scheinbar zu einem Ziel gemacht, Blockaden mit allen Mitteln zu verhindern. Auf der ganzen Route von PEGIDA standen in Seitenstraßen Polizeibeamt*innen und der Protestzug wurde von behelmten Beamt*innen begleitet, während die Polizei die Seestraße kurz nachdem PEGIDA den Platz verließ, für den Gegenprotest absperrte. Außerdem filmten die Beamt*innen regelmäßig einzelne Menschen ab.

Die Abreise der Demonstration in die Neustadt verlief friedlich und ohne weitere Probleme. Lediglich ein*e Beamt*in der Polizei Sachsen beschwerte sich bei den Anmelder*innen aufgrund der Musikwahl. Für die angereisten Menschen gab es am Hauptbahnhof Probleme. Augenzeug*innen berichteten, dass die Polizei teils brutal in die Menge ging, dabei mind. einen Menschen verletze und einen weiteren rauszog. Bei diesem wurden die Personalien kontrolliert, nachdem ihm Vermummung vorgeworfen wurde. An diesem Abend trugen aufgrund der Corona-Pandemie die meisten eine Maske oder ein Tuch. Die sächsische Landesregierung hatte pünktlich kurz vor der Black Lives Matter Demonstration in Dresden die Maskenpflicht für Demonstrationen abgeschafft, es gebe nur noch eine Empfehlung. Somit entscheidet nun also scheinbar die Polizei, wann man sich und andere vor der Krankheit schützt und wann man sich vermummt.

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