1. Mai 2021 in Hamburg

Zum 1. Mai, dem internationalen Arbeiter Kampftag, waren im Vorfeld für Hamburg mehrere Demonstrationen und Kundgebungen angezeigt. Aufgrund der Corona-Verordnung sind jedoch fast alle Versammlungen schon im Vorfeld untersagt worden. In einer Pressemitteilung der Polizei Hamburg heißt es dazu: „sich bewegende Demonstrationszüge sind grundsätzlich verboten. […] Stationäre Versammlungen mit einer Teilnehmerzahl von bis zu 100 Personen sind grundsätzlich erlaubt.“ Einige Anmelder hatten mit der Polizei / Versammlungsbehörde Gespräche zu Ihren Demonstrationen. Trotz Hygiene Konzept wurden keine Ausnahmen der Teilnehmerzahlen genehmigt, so dass am Ende die Demonstrationen / Kundgebungen untersagt wurden. Einige wenige Kundgebungen, wie die vom DGB wurden genehmigt. Eine Fahrraddemo der Ver.di Jugend durfte auch durchgeführt werden.

Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im kompletten Innenstadtbereich präsent gewesen, um die Demonstrationsverbote durch zu setzen.

Der Tag sollte mit der stationären Kundgebung des anarchistischen „Schwarz-Roten 1. Mai “ – Bündnis an der Emilienstraße beginnen, welche jedoch auch verboten wurde. Rund 80 Anarchisten zogen trotzdem, oder grade deshalb mit Pyrotechnik an der U Bahn Haltestelle Schlump los. Weit ist die Demonstration jedoch nicht gekommen, nach gut 100 Metern war bereits Schluss. Die Polizei stoppte die Demonstration und nahm flüchtende Personen in Gewahrsam.

Ein Teil der Demo wich dann in den Schanzenpark aus. Von hier aus ging es dann durch „Planten und Blomen“ Richtung Damtor, wo das Bündnis „Wer hat, der gibt“ mehrere Kundgebungen angemeldet hatte, die ebenfalls von der Versammlungsbehörde und dem Gericht verboten wurden. In der St. Petersburger Straße, vor dem Intercity Hotel wurde die Gruppe dann von der Polizei gekesselt. Viele, auch junge Menschen wurden bis zu 4 Stunden im dem Kessel gehalten und dann per Bus in die Gefangensammelstellen gebracht – Ein Grund konnte zuerst nicht genannt werden. Danach war es ein Verstoß gegen die Corona-Verordnung. Entweder waren die Personen Teilnehmer einer verbotenen Demonstration, dann hätte die Demonstration aufgelöst werden müssen, was nicht der Fall war. Oder aber der Verstoß gegen die Corona-Verordnung war der fehlende Abstand der Personen im Park. Im Kessel wurde von der Polizei dann jedoch auch nicht mehr auf den Abstand geachtet, die Personen wurden eng zusammen gedrängt.

1. Mai Demonstration in Hamburg 2021
Die Demonstration wich in den Schanzenpark aus
1. Mai Demonstration in Hamburg 2021
Die Reisterstaffel ritt im Schanzenpark teilweise direkt auf einzelne Personen zu

Gegen 16:00 gab es dann Live Musik vom Balkon der Roten Flora. Mit einer unangemeldeten Kundgebung. Mehrere hundert Menschen beteiligten sich daran. Nach mehrmaligen Aufforderungen der Polizei, diese Versammlung aufzulösen, setzte die Polizei unter anderem 4 Wasserwerfern ein, um die Straße zu räumen.

Wie jedes Jahr sollte um 18:00 die revolutionäre 1. Mai Demo starten, dieses mal am Hauptbahnhof. Auch diese war dieses Jahr verboten worden. Trotzdem versammelten sich rund 150 Menschen am Hauptbahnhof. Die Polizei begann die Menschen zu umstellen und vom Bahnhofsvorplatz zu entfernen. Es startete eine Spontandemonstration durch St. Georg, bei der auch immer wieder Böller gezündet wurden. Aber auch bei dieser Demonstration war nach einigen hundert Metern Schluss. Ein Teil der Gruppe wurde vor dem Lohmühlenpark gekesselt. Auch hier wurden die Menschen von der Polizei dicht zusammen gepfercht. Abstand halten ist auch hier wieder nicht möglich gewesen. In Wandsbek, am geplanten Ende der verbotenen revolutionären 1. Mai Demo, gab es Stunden zuvor eine Sponti der antiimperialistischen Gruppen „Roter Aufbau“ und „Proletarische Jugend Hamburg“.

Am Abend sammelten sich erneut Menschen am Schulterblatt, deutlich weniger als noch am Nachmittag. Es folgte eine kurze Spontandemonstration aber auch hier wurden wieder Menschen aus der Demonstration nach ca. 100 Metern gekesselt. Es verblieb sehr viel Polizei im Viertel. Ab 21:00 war die Ausgangssperre in Hamburg wieder in Kraft und damit fiel das traditionelle Katz und Mausspiel rund um die Flora dieses Jahr ins Wasser.

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