Abschiebung in Dresden-Tolkewitz

Brutale Abschiebung in Dresden – Tolkewitz

In der Nacht vom 18. auf den 19. Oktober 2017 wurde eine Frau mit ihren acht Kindern (zw. 2 und 16 Jahren) abgeholt. Höchstwahrscheinlich lag dieser Fall der Härtefallkommission zur Prüfung vor. Die anwesenden Menschen vom sächsischen Flüchtlingsrat wurden jedoch, trotz vorzeigen der Dokumente, von den Beamt*innen ignoriert oder an einen Einsatzleiter verwiesen, der sich die ganze Nacht über nicht zu erkennen geben wollte.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort und war für keine Gespräche bereit. Einige eingesetzte Beamt*innen hatten, trotz der ernsten Situation, ein hämisches Grinsen im Gesicht.

Als klar war, dass die Familie gleich runter kam, formierte sich spontan eine Blockade am Hauseingang.

Scheinbar gab es Widerstand in der Familie: Es drang Geschrei und Weinen aus der Wohnung und der älteste Sohn (16 Jahre) kam mit fixierten Händen unten an. Die Mutter selbst war kurz vor einem Nervenzusammenbruch und konnte kaum noch laufen. Die kleineren Kinder schienen nicht zu begreifen, was mit ihnen geschieht.

Die Mutter konnte kaum noch laufen und stand kurz vor einem Nervenzusammenbruch. Immer wieder rief sie ihren Sohn, der in Handschellen in ihrer Nähe stand, der ihr auf Deutsch versicherte, es gehe ihm gut und er sei da.

Die Nachbar*innen schienen ziemlich genervt von der Familie und der Abschiebung zu sein. Als Menschen kamen um sich solidarisch zu zeigen wurden diese von den Anwohner*innen angeschrien und teilweise bedroht.

Ein Teil dieser Menschen, etwa 20, blockierten spontan den Hauseingang. Als Verstärkung eintraf wurden diese brutal geräumt. Mehrere Menschen waren verletzt, einer davon so schwer, dass er sogleich ins Krankenhaus musste. Laut den Menschen, die mit diesem im Kontakt stehen, soll er mit einem Schädel-Hirn-Trauma eingewiesen worden sein.

Die Beamt*innen gingen äußert brutal gegen die blockierenden Menschen vor. Es gab mehrere Verletzte.

Im Allgemeinen zeigten sich die eingesetzten Beamt*innen äußerst aggressiv. So sprang ein Beamter über eine Gruppe Menschen, die auf der Treppe saß, und verfehlte knapp den Kopf eines Menschen. Die anwesenden Pressevertreter*innen wurden zähneknirschend geduldet, doch immer wieder kam es dazu, dass die Beamt*innen versuchten, deren Arbeit zu behindern.

Gegen zwei Menschen wurde nun Anzeige aufgenommen wegen Widerstands gegen Vollzugsbeamte.

Es waren auch Freunde der Familie anwesend, die versuchten die Mutter zu trösten. Auch das verstanden die Beamt*innen nicht: Die Frau wurde ins Auto gedrängt und nur mit Mühe durfte sie sich von ihren Freunden verabschieden.

Update 19.10.2017 19:40 wir haben ein Video von der Abschiebung von gestern hinzugefügt :

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